Dienstag, 3. November 2009

An die Zeit gedacht

An die Zeit gedacht


Ich kam in den Raum. Ich kam in den großen weißen Raum. Ich erkannte das trübe Gesicht meines Lehrers.
Eine große Leere. Ein Blick auf die Uhr. Viertel vor Neun. Ich schaff das. Ich bin früh dran. Ich habe genug Zeit.
Die Stühle standen oben. Nur mein Lehrer war außer mir im Raum. Die grüne Tafel hinter ihm an der Wand.
So ruhig, so friedlich. Als ob die Zeit still stünde.
„Setz dich doch!“, sagte er. Also ging ich nach ganz vorn, wo sich sonst niemand hinsetzt. Dort  würde ich meine Ruhe haben. Dort könnte ich mich konzentrieren, isolieren von der Unruhe, dem Gehampel und dem zuflüstern.
So saß ich da. Ich schaffe das! Ich schaffe das! Ich schaffe das!
Ein erneuter Blick auf die Uhr. Acht Minuten bis es beginnen würde. Acht Minuten. Eine Unendlichkeit, wenn ich es richtig mache.
Die Anderen kamen nach und nach. Immer mehr. Immer lauter. Ein buntes Getummel mit lautem Gezwitscher. Mein Lehrer unbeeindruckt dort vorne am Pult stehend und irgendwelche Papiere durchgehend.
Zwei Minuten vor Neun. Er bat die Anderen um Ruhe und begann die Zettel auszuteilen.
Einfache Papiere, einfache, leblose, unreale dünne Dinge, die über meine Zukunft entschieden.
Ich darf es nicht verhauen. Nicht wieder!
Meine Hände klebten. Genässt von dem Schweiß. Genässt durch den Anblick der blanken Papiere vor mir auf meinem einsamen Tisch ganz vorne.
Der Lehrer sah auf seine Uhr. Dann sagte er: „Fangt an! Ich wünsche euch viel Glück!“.
Noch einmal ein kurzer Schwall von Geräuschen. Dann wieder Ruhe. Eine einsame, angenehme, aber gefährliche Ruhe.
Ich drehte das Papier um. Es klebte an meiner Hand. Wollte sich nicht loslösen. Wie ein Parasit, der mich mein gesamtes Leben verfolgt und sich niemals loslöst.
Er fiel dahin. Sank auf den Tisch hinab. Wollte er sich verabschieden? Verabschieden vom Versager? Und einen besseren Wirt suchen?
Ich ließ ihn nicht gehen. Sofort jagte ich hinterher.
Von diesem Papier hängt meine Zukunft ab. Meine Lebenszeit. Mit Glück hatte das nichts zu tun. Ich selbst, bin mein Glück, wenn ich es schaffe.
Viertel nach Neun. Verflucht! Schon wieder in Gedanken versunken. Nicht mehr viel Zeit. Ich muss es einfach schaffen.
Ich schaffe das! Ich schaffe das! Ich schaffe das!
Ich starrte auf das Papier. Hoffte dieses Durcheinander von Buchstaben würde mir etwas mitteilen. Doch ich wusste es teilt sich nicht mit. Ich muss die Botschaft heraus holen.
20 Minuten nach Neun. Und der Sekundenzeiger schritt weiter. Verdammt noch mal! Ich schaffe das nicht. Ich muss die Zeit nutzen!
Wo ist der zeitlose Moment hin?
Ich fuhr fort. Hoffte etwas verstanden zu haben. Dann blickte ich auf das blanke Papier, welches mit Linien versehen war, die wohl kein Ende nehmen wollten. Gewaltsam wurden sie abgetrennt. Ein Opfer des Papiers, wie ich.
Ich schaffe das! Ich muss mich beeilen, doch ich werde das schaffen. Ich werde mit der Zeit zurecht kommen!
Eine große Stille im Raum, wie in meinen Gedanken. Sie sagten nichts. Niemand. Ich bin derjenige, der handeln muss, ich bin der, der die Zeit nutzen muss. Sie wird nicht immer still stehen für mich.
Wie die Stille der Gedanken, wie das ausdruckslose Gesicht meines Lehrers, so leer war das Papier vor mir.
Es hatte sich verabschiedet, ich muss hinterher eilen.
Ich schaffe das! Ich schaffe das! Ich schaffe das! Ich komme mit der Zeit zurecht, nicht, wie früher!
Ein kurzer Blick auf die schwarz-weiße Uhr an der Wand. Zehn vor Zehn. Verdammt! Die Zeit, mein Feind, kennt meine Schwächen.
Noch zehn elende Minuten und ein leerer Bogen Papier.
Ich schaffe das! Na los, denke! Denke! Denke!
Ich zittere, Schweiß füllt statt Tinte das Papier.
Los! Ich kann das! Ich schaffe das! Ich komme mit der Zeit zurecht!
Plötzlich entreißen sich mir die Papiere. Ich blicke auf. Wenige Minuten nach Zehn. Mein Lehrer vor mir, mit dem ausdruckslosem Gesicht. Der Raum wieder leer. Nur ich und mein Lehrer sind im Raum.
So emotionsleer das Gesicht meines Lehrers, so leer der Raum, so leer von Farbe die Wände und die verfluchte Uhr, so leer ist das Papier.
Der Parasit hatte sich mir entrissen.
Ich habe es nicht geschafft. Ich habe wieder zu viel erwartet, als gegeben. Ich bin verloren in der Zeitlosigkeit. Dennoch, die Uhr tickt weiter.



By Lupus Terre (DLNT)




Dienstag, 6. Oktober 2009

Anders...?! I


Schiefes Grinsen, höhnisches Gelächter und dumme Kommentare.
Nur weil ich nicht bin, wie ihr?
Nur weil ich ein Individuum bin?


Ihr glaubt ihr seid einzigartig, ihr glaubt ihr seid individuell, ihr glaubt ihr seid besser.
Aber ihr seid es nicht!
Euer ach so hoch gelobtes Individuum, eure ach so tolle Existens. 
Ihr seid nichts weiter als minderer Dreck, der es nicht Wert ist, beachtet zu werden.
Mitläufer seid ihr! Ihr tanzt nach anderer Flöten. Ihr seid zu schwach und zu feige, um euer Individuum zu bilden. Ihr seid bloß ein Tropfen in der riesigen grauen Masse. Nicht besser als ein Tier,
Ihr seid die wahren Tiere. Ihr seid die wahren Monster!

Glaubt ihr, ein Individuum zu sein? Unterschiedlich von den anderen zu sein?
Warum, gebt ihr dann die wahren Individuuen dem Spott preis?
Nur, weil sie individuell sind, und nicht solche Mitläufer und Klone, wie ihr?
Sobald etwas nicht so ist wie ihr es wollt, wie ihr seid, sodann ist es nicht "normal" und "ungewöhnlich" und "krank" und in euren Augen schlecht.

Hört auf von euch etwas zu behaupten, dass ihr in Wahrheit nicht seid!!!
Ihr belügt euch doch slebst. Aber ihr wollt es nicht einsehen. Nein, ihr lebt lieber weiter in euren Illusionen, in euerer schönen heilen Welt.
Öffnet eure verdammten Augen! Seid mal das, was ihr behauptet zu sein!
Belächelt es nicht nur, handelt!!!

Setzt eueren Verstand ein, nutzt eure Vernunft, lebt nach eurer Moral, und hört auf nur zu behaupten, es zu tun!
Ihr Scheinheiligen, versteht noch weniger als Nichts.
Ihr seid zu hochmütig, zu egoistisch, zu egozentrisch zu ignorant um ein Individuum zu sein.


Ihr seid so viele. Man kann euch "normal" nennen.
Denn normal ist das was häufig / durchschnittlich ist.
Ja und dann bin ich stolz darauf nicht "normal" zu sein. Ich will auch nicht "normal" sein! Ich will nicht sein wie ihr! Ich will ich sein! Ich will versuchen der wahre Mensch zu sein, und nicht nur es zu behaupten!
Physisch seid ihr Menschen, aber nicht psychisch. Ihr seid wilde Tiere, die sich gegenseitig zerfleischen. Barbarische Sadisten mit einer unbremsbaren Zerstörungswut.
Ich schäme mich dafür Mensch zu sein. 
Aber nein, ich bin kein Mensch. Ich bin nicht wie ihr. Physisch mag ich "Mensch" sein, aber psychisch bin ich euch weit voraus. Nein, dies ist kein Hochmut, der da spricht sondern der Verstand, der es gut durchdachte!


Mir wäre es lieber als Außerirdischer, oder als Tier geboren worden zu sein, anstatt als "Mensch".
Ich hasse euch! Ich seid ein misslungenes Experiment der Natur! Ein Virus, der ausgelöscht werden muss! Eine Spezies, die es zu vernichten gilt!
Ändern werdet ihr euch nie, viel zu ignorant seid ihr dafür.


Ich bin stolz, nicht zu sein wie ihr! Ich bin stolz ein Individuum zu sein!


Lupus Terre (DLNT)



Freitag, 18. September 2009

Amok

            17.09.2009

Amok.

Herkunft aus dem malaiischem meng-âmok = in blinder Wut angreifen und töten.
Warum definiert man es als in blinder Wut angreifen?
Es ist keinesfalls blinde Wut und kalter Hass.
Es ist keinesfalls kaltes Blut und toter Zorn.
Es ist keinesfalls ohne Gefühl und bloßer Groll.
Es ist das Feuer.


Wenn man Luft unter hohen Druck setzt erhitzt sie sich und würde andere Dinge in Brand setzen mit denen sie in Kontakt kommt.

Er benutzte Feuer.
Das Feuer, das ihn zerfraß.

Luft war der Grund.
Luft gelang in ihn. Immer mehr. Es baute sich ein Druck auf.
Er sah nur noch das Feuer. Das Feuer am Anfang. Das Feuer am Ende.
Die Apokalypse wäre feurig.
Er zog sie vor. Wollte anders untergehen.

Aber....
Warum staute sich die Luft in ihm?
Warum floss sie nicht wieder hinaus?
Warum erhitzte sie sich?

Die Luft entwickelte grausames Leid.
Warum?
Die Luft übertrug grausame Botschaften.

Die Botschaften waren zu entsetzlich, er wollte sie nicht weiterfließen lassen.
Warum?
Er wollte mehr Leid verhindern.

Die Luft war heiß als sie eindrang und sie wurde heißer weil sie blieb.
Warum?
Er konnte sie nicht ziehen lassen.

Mehr und mehr füllte das Fass. Bis der letzte Tropfen es zum überlaufen brachte.
Das Fass explodierte.
Feuer füllte ihn.
Feuer führte ihn.
Feuer beherrschte ihn.

Er musste es verhindern.
Er musste weiteres Leid verhindern.
Es gab nur einen Weg, denn alle anderen endeten im Nichts.
Er musste es tun.
Er musste befreien.

Die wahren Täter waren sie.
Sie, die sie die Luft entließen und sie auf ihn richteten.
Sie, die wahren Monster.
Sie, die Peiniger in der Apokalypse.

Er wollte es verhindern.
Wollte das Feuer mit dem Feuer bekämpfen.
Er hatte kein Wasser.
Niemanden, der es ihm gab.
So konnte er nur mit Feuer das Feuer bekämpfen.
Wie denn sonst, ohne Wasser?

Das stärkere Feuer würde siegen, auch wenn es sich selbst verschlingt.
Die Glut, die es mit anfachte, wurde nicht gelöscht.
Niemand wollte es tun.
Sie dachten die Glut wäre warm und nicht heiß.
Dachten es würde wärmen und nicht verbrennen.

Doch der tosende Feuersturm, der Wirbel des Kampfes von Feuer und Feuer, er ist entstanden, weil die Glut es wollte.
Sie hat es nicht anders erwartet. Sie fachte das Feuer in ihm an, wurde dann selbst zu einem Feuer, um sein Feuer zu vergrößern.
Sie dachten er verbrenne innerlich. Doch getäuscht haben sie sich. Explodiert ist er, in einer gewaltigen Supernova.

Wer ist das wahre Opfer?
Wer ist der wahre Täter?

Explosionen wird es weiterhin geben, wenn die Glut es nicht lernt.


Ja und auch ich zähle (angeblich) zu den Risikopersönlichkeiten.
Ich warte.......


Lupus Terre
(DLNT)