Mittwoch, 20. Januar 2010

Die Erkenntnis

Die Erkenntnis


Wie lang es dauerte, wie dumm ich war. Niemals mehr soll es geschehen, dass ich mich wieder hinreißen lasse von vergebenem Hoffen und wieder anfange euch zu erhören.
Eine lange Zeit verstrich, bevor ihr, die ihr der Abschaum der Existenzen seid, mich endgültig von eurer Abartigkeit und Primitivität überzeugt habt.
Eine lange Zeit verstrich, bevor ihr, die ihr euch selbst verratet und abschlachtet, mich euch gegenüber abgehärtet habt.
Eine lange Zeit verstrich, bevor ich, der ich so viel von euch ertragen musste, meine Trauer überwand und mein Herz verschwärzte.
Elend seid ihr. Verderbnis bringt ihr. Zerstören tut ihr.
Doch meine Seele, mein Herz und mein Geist, welche sind so schwarz, wie die Asche, die ihr hinterließet, werden euch hindern.
Schwarz und schwärzer wurde ich. Immer mehr wurde ich befangen von der absoluten Dunkelheit. Bis...
Bis ich schließlich selbst diese bin. Die gesamte Dunkelheit geballt in mir.
Meine Kraft ist euer Werk.
Meine Ambition ist euer Antrieb.
Meine Macht sind die Trümmer, die ihr hinterließet.
Mit euren eigenen Waffen werdet ihr den Untergang finden.
Euer Feuer wird mit dem meinen bekämpft, welches von Hass entfacht und von Hass genährt.
Euer Stolz wird gebrochen werden, wie ein schmaler Ast.
Euer Werk wird vernichtet durch das Feuer.
Euer Existenz wird zerfressen in der Dunkelheit, welche ist mein Blut.
Bis ich dies erkennen musste zu tun, bis ich euch erkannte, verging zu viel Zeit.
Nun wird es ein Ende haben und die Erkenntnis exemplieren an eurer Geschichte.



by Lupus Terre (DLNT)

Dienstag, 3. November 2009

An die Zeit gedacht

An die Zeit gedacht


Ich kam in den Raum. Ich kam in den großen weißen Raum. Ich erkannte das trübe Gesicht meines Lehrers.
Eine große Leere. Ein Blick auf die Uhr. Viertel vor Neun. Ich schaff das. Ich bin früh dran. Ich habe genug Zeit.
Die Stühle standen oben. Nur mein Lehrer war außer mir im Raum. Die grüne Tafel hinter ihm an der Wand.
So ruhig, so friedlich. Als ob die Zeit still stünde.
„Setz dich doch!“, sagte er. Also ging ich nach ganz vorn, wo sich sonst niemand hinsetzt. Dort  würde ich meine Ruhe haben. Dort könnte ich mich konzentrieren, isolieren von der Unruhe, dem Gehampel und dem zuflüstern.
So saß ich da. Ich schaffe das! Ich schaffe das! Ich schaffe das!
Ein erneuter Blick auf die Uhr. Acht Minuten bis es beginnen würde. Acht Minuten. Eine Unendlichkeit, wenn ich es richtig mache.
Die Anderen kamen nach und nach. Immer mehr. Immer lauter. Ein buntes Getummel mit lautem Gezwitscher. Mein Lehrer unbeeindruckt dort vorne am Pult stehend und irgendwelche Papiere durchgehend.
Zwei Minuten vor Neun. Er bat die Anderen um Ruhe und begann die Zettel auszuteilen.
Einfache Papiere, einfache, leblose, unreale dünne Dinge, die über meine Zukunft entschieden.
Ich darf es nicht verhauen. Nicht wieder!
Meine Hände klebten. Genässt von dem Schweiß. Genässt durch den Anblick der blanken Papiere vor mir auf meinem einsamen Tisch ganz vorne.
Der Lehrer sah auf seine Uhr. Dann sagte er: „Fangt an! Ich wünsche euch viel Glück!“.
Noch einmal ein kurzer Schwall von Geräuschen. Dann wieder Ruhe. Eine einsame, angenehme, aber gefährliche Ruhe.
Ich drehte das Papier um. Es klebte an meiner Hand. Wollte sich nicht loslösen. Wie ein Parasit, der mich mein gesamtes Leben verfolgt und sich niemals loslöst.
Er fiel dahin. Sank auf den Tisch hinab. Wollte er sich verabschieden? Verabschieden vom Versager? Und einen besseren Wirt suchen?
Ich ließ ihn nicht gehen. Sofort jagte ich hinterher.
Von diesem Papier hängt meine Zukunft ab. Meine Lebenszeit. Mit Glück hatte das nichts zu tun. Ich selbst, bin mein Glück, wenn ich es schaffe.
Viertel nach Neun. Verflucht! Schon wieder in Gedanken versunken. Nicht mehr viel Zeit. Ich muss es einfach schaffen.
Ich schaffe das! Ich schaffe das! Ich schaffe das!
Ich starrte auf das Papier. Hoffte dieses Durcheinander von Buchstaben würde mir etwas mitteilen. Doch ich wusste es teilt sich nicht mit. Ich muss die Botschaft heraus holen.
20 Minuten nach Neun. Und der Sekundenzeiger schritt weiter. Verdammt noch mal! Ich schaffe das nicht. Ich muss die Zeit nutzen!
Wo ist der zeitlose Moment hin?
Ich fuhr fort. Hoffte etwas verstanden zu haben. Dann blickte ich auf das blanke Papier, welches mit Linien versehen war, die wohl kein Ende nehmen wollten. Gewaltsam wurden sie abgetrennt. Ein Opfer des Papiers, wie ich.
Ich schaffe das! Ich muss mich beeilen, doch ich werde das schaffen. Ich werde mit der Zeit zurecht kommen!
Eine große Stille im Raum, wie in meinen Gedanken. Sie sagten nichts. Niemand. Ich bin derjenige, der handeln muss, ich bin der, der die Zeit nutzen muss. Sie wird nicht immer still stehen für mich.
Wie die Stille der Gedanken, wie das ausdruckslose Gesicht meines Lehrers, so leer war das Papier vor mir.
Es hatte sich verabschiedet, ich muss hinterher eilen.
Ich schaffe das! Ich schaffe das! Ich schaffe das! Ich komme mit der Zeit zurecht, nicht, wie früher!
Ein kurzer Blick auf die schwarz-weiße Uhr an der Wand. Zehn vor Zehn. Verdammt! Die Zeit, mein Feind, kennt meine Schwächen.
Noch zehn elende Minuten und ein leerer Bogen Papier.
Ich schaffe das! Na los, denke! Denke! Denke!
Ich zittere, Schweiß füllt statt Tinte das Papier.
Los! Ich kann das! Ich schaffe das! Ich komme mit der Zeit zurecht!
Plötzlich entreißen sich mir die Papiere. Ich blicke auf. Wenige Minuten nach Zehn. Mein Lehrer vor mir, mit dem ausdruckslosem Gesicht. Der Raum wieder leer. Nur ich und mein Lehrer sind im Raum.
So emotionsleer das Gesicht meines Lehrers, so leer der Raum, so leer von Farbe die Wände und die verfluchte Uhr, so leer ist das Papier.
Der Parasit hatte sich mir entrissen.
Ich habe es nicht geschafft. Ich habe wieder zu viel erwartet, als gegeben. Ich bin verloren in der Zeitlosigkeit. Dennoch, die Uhr tickt weiter.



By Lupus Terre (DLNT)




Dienstag, 6. Oktober 2009

Anders...?! I


Schiefes Grinsen, höhnisches Gelächter und dumme Kommentare.
Nur weil ich nicht bin, wie ihr?
Nur weil ich ein Individuum bin?


Ihr glaubt ihr seid einzigartig, ihr glaubt ihr seid individuell, ihr glaubt ihr seid besser.
Aber ihr seid es nicht!
Euer ach so hoch gelobtes Individuum, eure ach so tolle Existens. 
Ihr seid nichts weiter als minderer Dreck, der es nicht Wert ist, beachtet zu werden.
Mitläufer seid ihr! Ihr tanzt nach anderer Flöten. Ihr seid zu schwach und zu feige, um euer Individuum zu bilden. Ihr seid bloß ein Tropfen in der riesigen grauen Masse. Nicht besser als ein Tier,
Ihr seid die wahren Tiere. Ihr seid die wahren Monster!

Glaubt ihr, ein Individuum zu sein? Unterschiedlich von den anderen zu sein?
Warum, gebt ihr dann die wahren Individuuen dem Spott preis?
Nur, weil sie individuell sind, und nicht solche Mitläufer und Klone, wie ihr?
Sobald etwas nicht so ist wie ihr es wollt, wie ihr seid, sodann ist es nicht "normal" und "ungewöhnlich" und "krank" und in euren Augen schlecht.

Hört auf von euch etwas zu behaupten, dass ihr in Wahrheit nicht seid!!!
Ihr belügt euch doch slebst. Aber ihr wollt es nicht einsehen. Nein, ihr lebt lieber weiter in euren Illusionen, in euerer schönen heilen Welt.
Öffnet eure verdammten Augen! Seid mal das, was ihr behauptet zu sein!
Belächelt es nicht nur, handelt!!!

Setzt eueren Verstand ein, nutzt eure Vernunft, lebt nach eurer Moral, und hört auf nur zu behaupten, es zu tun!
Ihr Scheinheiligen, versteht noch weniger als Nichts.
Ihr seid zu hochmütig, zu egoistisch, zu egozentrisch zu ignorant um ein Individuum zu sein.


Ihr seid so viele. Man kann euch "normal" nennen.
Denn normal ist das was häufig / durchschnittlich ist.
Ja und dann bin ich stolz darauf nicht "normal" zu sein. Ich will auch nicht "normal" sein! Ich will nicht sein wie ihr! Ich will ich sein! Ich will versuchen der wahre Mensch zu sein, und nicht nur es zu behaupten!
Physisch seid ihr Menschen, aber nicht psychisch. Ihr seid wilde Tiere, die sich gegenseitig zerfleischen. Barbarische Sadisten mit einer unbremsbaren Zerstörungswut.
Ich schäme mich dafür Mensch zu sein. 
Aber nein, ich bin kein Mensch. Ich bin nicht wie ihr. Physisch mag ich "Mensch" sein, aber psychisch bin ich euch weit voraus. Nein, dies ist kein Hochmut, der da spricht sondern der Verstand, der es gut durchdachte!


Mir wäre es lieber als Außerirdischer, oder als Tier geboren worden zu sein, anstatt als "Mensch".
Ich hasse euch! Ich seid ein misslungenes Experiment der Natur! Ein Virus, der ausgelöscht werden muss! Eine Spezies, die es zu vernichten gilt!
Ändern werdet ihr euch nie, viel zu ignorant seid ihr dafür.


Ich bin stolz, nicht zu sein wie ihr! Ich bin stolz ein Individuum zu sein!


Lupus Terre (DLNT)