Samstag, 28. Dezember 2013
Gedankenkotze I
Wenn du wissen würdest, wie ich mich fühle, und fühlen würdest, was ich fühle, dann hättest du dich schon längst umgebracht, weil du zu schwach wärst, um das alles zu ertragen. Ich aber bin noch hier. Ich bin hier und lebe. Ich lebe und ich atme. Jeden Tag stehe ich trotz allem aufs Neue auf und kämpfe, um zu überleben. Ich stehe das alles durch. Ich bin nicht schwach. Ich ertrage es.
Du aber erdreistest dich tatsächlich zu behaupten du würdest wissen wie ich mich fühle? Und behauptest es sei doch gar nicht so schlimm?!
DU HAST DOCH GAR KEINE AHNUNG WIE ICH MICH FÜHLE!!!
Du hast KEINE AHNUNG, wie es ist mit einem LOCH in sich zu Leben, welches sich fortwährend mit jeder Sekunde, die du lebst, vergrößert!
Du hast KEINE AHNUNG, wie viel SCHMERZ ich spüre, selbst wenn ich es dir manchmal zeige!
Du hast KEINE AHNUNG, wie es ist sich JEDE NACHT in den Schlaf zu weinen und wie ANSTRENGEND es ist nicht einfach dem Elend ein Ende zu setzen, indem dem Impuls sich vor den nächsten einfahrenden Zug zu werfen nicht nachgegeben wird!
Nein... denn wenn du das wüsstest, würdest du anders sein und nicht so einen BULLSHIT labern!
Weißt du, wie oft ich den starken Wunsch habe mir eine Klinge in den Hals zu rammen?
Weißt du, wie oft ich kurz davor stehe mir körperliche Schmerzen zuzufügen, nur um den emotionalen Schmerz zu übertünchen und davon abzulenken?
Weißt du, wie es ist am Leben zu bleiben, obwohl sich JEDE FASER deines Körpers dagegen sträubt?
HAST DU AUCH NUR IM GERINGSTEN EINE AHNUNG DAVON???
NEIN! HAST DU NICHT!
Du weißt nicht im GERINGSTEN wie das ist!
Du weißt nicht, wie schwer es ist, du weißt es nicht...
Du lebst in deiner farbenfrohen heilen Gummibärchenwelt. Das größte Problem, mit dem du jemals zu kämpfen hattest, war irgendein banaler Beziehungsmist. Dein Leben läuft doch wunderbar! Du hast alles, was du dir wünschen kannst, du bist doch so glücklich, dass es dir schon aus deinem Arsch raus hängt!
Und du wagst es MIR zu sagen, dass ICH mich nicht so anstellen soll???
Wenn du wüsstest, wie ich mich fühle, wenn du auch nur einmal zugehört hättest, als ich dir von mir erzählt habe, würdest du so etwas nicht sagen.
Würdest du da stehen, wo ich stehe, du würdest innerhalb von Sekundenbruchteilen zusammenbrechen und deinem Leben ein Ende setzen, weil du SCHWACH bist!
Ich aber kämpfe stur ohne Sinn und Verstand dagegen an.
Ich kämpfe dagegen an mich vor einen Zug zu werfen.
Ich kämpfe dagegen an mir eine Klinge in den Hals zu rammen.
Ich kämpfe gegen das Leben, um daran nicht endgültig zugrunde zu gehen.
Hättest du auch nur den Hauch einer Ahnung, wie viel Kraft das kostet, dann würdest du aufhören so einen arroganten Schwachsinn von dir zu geben und stattdessen etwas Mitgefühl zeigen.
ABER NEIN! Das tust du nicht! WEIL DU BLIND BIST!!! Du verschließt deine Augen davor. Du ignorierst all das Leid, all die Dunkelheit, all die Qual, die in mir herrscht, die um dich herum in der Welt herrscht. Du tust so, als würde es das nicht geben.
Du weißt nicht, wie viel HASS in mir ist!Du weißt nicht, wie viel TRAUER in mir ist!Du weißt nicht, wie SCHWER es ist daran nicht unterzugehen!
In mir geht die HÖLLE vor.
Die Hölle ist kein Ort, sie ist ein Zustand. Ich weiß nicht, was ich in meinem Leben verbrochen habe, um das zu verdienen, aber ich gehe durch die Hölle und ich bin noch nicht untergegangen! Ich stehe so oft so kurz davor, aber ich ertrage diese Qualen, ich mache weiter, einfach weiter, ohne Hoffnung, ohne Hilfe, ohne auch nur eine Sache zu haben, welche mich dabei unterstützt. Weil ich nicht zulassen will so schwach zu sein, dass mich das Leben zugrunde richtet. Ich will besser sein als das! Ich will besser als all jene sein, welche hirnlos und übereilt aufgeben.
Und du? Du hast diese Dinge, die dich im Leben stützen. Aber selbst mit ihnen, würdest du nicht durchstehen können, was ich durchstehe, also BEHALT DEINE IGNORANTEN GEDANKEN FÜR DICH!!!
Das Leben ist ein ewiger Krieg. Entweder man kämpft und siegt, oder man gibt auf und lässt sich vernichten. Jeder Tag ist eine neue Schlacht. Und wir alle sind Soldaten in diesem Krieg. Aber jeder kämpft für sich allein.
Wir werden allein geboren.
Wir leben und sterben allein.
Und wir kämpfen allein.
Die einen haben eine schwerere Schlacht zu schlagen als andere. Daran zeigt sich, wie stark ihr Charakter ist. Daran, wie sie es schaffen weiter zu machen und zu überleben, und an nichts anderem misst sich ihre Stärke.
Und du wirfst MIR vor ich sei FEIGE???
Oh du unwissende, dumme, naive Person!
Nicht einen Tag würdest du durchhalten, würdest du in meiner Haut stecken.
Du widerst mich an!
Deine Schwäche und dein Unvermögen diese Dinge wahrzunehmen lassen ZORN in mir auffachen.
Du hast noch nie so viel durchmachen müssen, wie ich. Dir hat man nie so viele Wunden zugefügt.
Du bist verschont geblieben. Und du musst nicht, wie ich, regelmäßig - gefühlt jeden Tag - neue Wunden erleiden.
Ich habe dir gesagt, wie es mir geht, habe dir gezeigt, wie ich leide. Und dennoch glaubst du, das sei nicht weiter schlimm?
Ich mache trotz allem weiter. Du würdest das nicht schaffen.
Viel zu viele geben schon bei viel geringeren Übeln auf, versinken in einem schwarzen Sumpf aus Selbstmitleid und Hoffnungslosigkeit. Sie alle lassen sich von ihren Umständen zum Opfer machen, anstatt dagegen zu kämpfen. Ich aber kämpfe. Auch sie würden keinen Tag in meiner Haut überstehen.
Und du und sie glauben eure Leben wären schwer?
Eure Probleme sind so belanglos...
Eure Leben so bedeutungslos wie meines.
Ihr seid schwach.
Schwach.
Ich habe so viel verloren, so viele Wunden erlitten. Öffne deine Augen und sieh, wie viel ich aushalten kann! Und jeden Tag reißt eine neue Wunde auf. Und jeden Tag versuche ich es auszuhalten, es zu ertragen, weiterzumachen, nicht unterzugehen, einfach weiter zu gehen.
Ich versuche ruhig zu bleiben. Ich versuche nicht das Monster zu sein, dass ohne Zweifel aufgrund der ganzen Scheisse in mir wohnt. Ich versuche auch mich abzuhärten, meinen Geist zu stählen, mein Herz zu verschließen, nur um einen weiteren bedeutungslosen Tag in einer bedeutungslosen Welt durchzuhalten.
Würdest du das schaffen?
Würdest du es?!
Ich denke nicht. Also schweig, und behaupte nicht, mich zu kennen!
Wenn allein die Frage nach dem Warum und der Gedanke an die Gerechtigkeit dich in den Wahnsinn treibt...
Wenn der Gedanke, an das Damals, Jetzt und Bald dich umbringt...
Wenn dein Leben nur aus Schmerz besteht...
Dann fängst du vielleicht an mich ansatzweise zu verstehen.
Aber selbst das genügt auch nur maximalst im Ansatz, um dich das fühlen zu lassen, was ich fühle. Und das allein wäre dir schon zu viel, weil du schwach bist. Du würdest nicht lange genug Leben, um das Maß an Schmerz zu spüren, welches ich jeden Tag ertrage.
Und nun Schweig und geh mir aus den Augen, wenn du mich nicht einmal verstehen willst!
Du und deinesgleichen... ihr macht mich krank!
Ihr werdet es nie verstehen. Ihr werdet es niemals wissen.
Ihr werdet mich niemals kennen.
Ich kämpfe. Und ich kämpfe allein.
Und du? Hast du diese Kraft?
Als ob... du würdest es nicht weit schaffen...
by
Lupus Terre
(DLNT)
Kernbereiche
Dunkelheit,
Gedankentext,
Hass,
Misanthrop,
Schmerz
Donnerstag, 21. November 2013
Dornen und Tränen
Du fühlst dich wie ein Findelkind
ausgesetzt, allein
Ungewollt und ausgestoßen
trägst du mit dir die Pein
Und als ob das nicht genug wär'
Und dein Leben nicht verflucht wär'
Bist du tief in dir verletzlich
und dein Herz schlägt plötzlich in
Dornen und Tränen
warten auf dich
Dornen und Tränen
regnen auf dich
Und wo früher ein Gefühl war
ist nun nur noch ein Loch
Und wo du einmal zuhaus' warst
bist du nur noch verhasst
Doch wo früher mal dein Herz war,
schlägt nun nichts mehr.
Angeekelt und ausgelacht
quälst du dich durch die Zeit
Blaugeschlagen, fast umgebracht
bekommst du nie Mitleid
Und als ob das nicht genug wär'
Und dein Leben nicht verflucht wär'
Bist du getaucht in Schatten
und badest dich in
Dornen und Tränen
warten auf dich
Dornen und Tränen
regnen auf dich
Und wo früher einst ein Freund war
bleibt dir nur noch die Erinnerung
Und wo du einmal ein Licht sahst
brennst du nun im Höllenfeuer
Doch wo früher mal dein Herz war,
schlägt nun nichts mehr.
Ausgebremst von deiner Wut
bleibst du am Boden liegen
Aufgewühlt und voller Leid
willst du dich nicht mehr lieben
Und als ob das nicht genug wär'
Und dein Leben nicht verflucht wär'
Treten alle auf dich ein
und werfen auf dich
Dornen und Tränen
warten auf dich
Dornen und Tränen
regnen auf dich
Und wo früher mal dein Mut war
findest du nur noch Asche
Und wo du einst aufrecht standest
verrotest du am Boden
Doch das, was einst dein Herz war,
schlägt nun niemals mehr.
by
Lupus Terre
(DLNT)
Kernbereiche
Dunkelheit,
düstere Welten,
Gedicht,
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Schwermut,
Tod,
Trauer
Samstag, 28. September 2013
Gedankenströme I
Ich grüble sehr oft über allerhand Dinge, die den einen vielleicht belanglos und nebensächlich erscheinen, mich jedoch oft über Tage gedanklich beschäftigt halten und sogar mein gesamtes Leben prägen. Eines dieser Dinge ist diese Welt in der wir leben. Nicht der Planet Erde, nicht das Sonnensystem, nicht die Galaxie, auch nicht das Universum, sondern die gesamte Existenz, in der wir Menschen sind und wirken. Möglicherweise ist dies sogar das Thema Nummer Eins, über das ich mir den Kopf zerbreche, seit ich mir meinen Kopf zerbrechen kann. Und damals wie heute scheint es, dass all die Stunden, Tage und Wochen des Grübelns nicht enden wollen, da es Dinge gibt, die ich immer wieder aufgreifen muss und von vorn durchdenken muss. Vielleicht liegt das an meinem Unverständnis über diese dem Untergang geweihte Menschheit und deren Treiben. Womöglich weil ich selbst auch nur einer dieser Menschen bin und naive Hoffnungen habe, die mich vorantreiben und die dafür sorgen, dass ich mir überhaupt meine Nerven damit zerschlage über Dinge nachzudenken, über die kaum ein Zweiter nachdenkt. Es ist nicht unbedingt selten, dass ich dann irgendwann an den Punkt gelange, wo ich vor der Frage stehe, ob die ganze Denkerei überhaupt sinnvoll ist, ob nicht diese Existenz fehlerhaft ist, sondern ich in meinem Sein und Denken. Vielleicht betrachte ich die Dinge immer und immer wieder falsch, vielleicht bilde ich mir auch alles nur ein und vielleicht sollte ich ja ganz aufhören zu Denken. Aber meine Gedanken sind die Welt, und die Welt ist in meinen Gedanken. Ich kann sie mit meinen Sinnen erfassen. Ich kann sie sehen, ich kann sie riechen, ich kann sie fühlen und ich kann sie hören. Auch andere können das. Und wenn ich all diese Sinneseindrücke auswerte entstehen jene Gedankengänge, durch die ich mein Wesen leite. Der Austausch mit anderen Menschen, die - wie ich merken konnte - gewisse Ähnlichkeiten mit mir aufwiesen zeigt mir: ich bin nicht gänzlich allein mit den aus solchen Gedanken resultierenden Ansichten, wenn sich auch viele meiner Ansichten - wie wohl bei allen Menschen - durch erneutes Nachdenken, durch andere Sinneseindrücke und Situationen verändern können, so bleiben manche Ansichten die selben. Also liege ich vielleicht doch nicht falsch? Vielleicht ist es doch nicht völlig zwecklos meine Zeit mit all der Denkerei zu verbringen? Vielleicht bringt es ja letztlich doch etwas, wenn ich Gedanken zu Taten transformiere, um naiven Hoffnungen eines verträumten kindischen Idealisten nachzugehen und dadurch nur noch mehr jene Hoffnung anfache?
Vielleicht aber sind auch die anderen solche Idioten, wie ich es vielleicht bin. Und wir machen etwas falsch - der Eindruck wird durch unsere Zahl, die gemessen an der Menschheit verschwindend gering zu sein scheint, bestärkt. Doch dann frage ich mich: was tue ich hier überhaupt?
Oder spezieller noch: was sollte ich hier tun?
Und schon stehe ich wieder vor den grundlegendsten Fragen der Existenz: Warum bin ich? Was soll ich hier? Was soll der ganze Mist? Warum ist das so?
Unlängst habe ich beschlossen nicht ohne spezielles Verlangen meinen Kopf über diese Fragen (mal wieder) zu zerbrechen und habe mich mit meinem Ergebnis zufrieden gegeben, dass die Antwort auf diese Fragen nur ich selbst, bzw. das Wesen 'Mensch' sein kann.
Wiedermal zeigt sich: Meine Gedanken sind die Welt, und die Welt ist in meinen Gedanken. Ohne mich in endlosen Zügen der Metaphilosophie über die Existenz verfangen zu wollen bleibt mir ja nur eine Option: Irgendwie muss ich das alles ja bewältigen und verarbeiten. Selbst wenn das alles lediglich eine Farce meines Gehirnes sein mag bin ich nunmal hier, bin aktiv, und muss unweigerlich immerzu denken und denken.
Wer meinem Gedankenstrom bis hierhin folgen konnte, wird vielleicht verstehen, dass man durch das alles irgendwann unweigerlich erschöpft und müde wird. Man hat es irgendwann satt immer wieder vor den selben Fragen zu stehen, die man schon früher nicht zufriedenstellend beantworten konnte. Man hat keine Lust mehr jeden Tag aufs neue wieder den selben Trott zu durchleben, ohne ein wirkliches vorankommen. Ich weiß gar nicht, ob anderen Menschen eigentlich bewusst ist, wie bedeutungslos ihr Leben ist. Und hierbei will ich die Frage nach dem Sinn des Lebens wieder mal ganz außen vor lassen, da das eine der Fragen ist, die noch nie zufriedenstellend beantwortet wurde. Obgleich ich mich mit meiner Philosophie abfinden kann, dass es der Sinn des Lebens ist seinem Leben einen Sinn zu geben, aber welchen Sinn hat das schon? Genau: erstmal gar keinen, aber genau darum geht es doch im Grunde, oder etwa nicht? Ist das nicht der Grund, warum ich und andere wie verblödete Aasgeier versuchen ein saftiges Fleischbällchen voll der erhofften Antworten zu finden, dafür allerdings immer wieder an ein und der selben Stelle in den Sand picken, weil wir nicht die Möglichkeit haben es anders zu machen? Aber ich schweife ab.
Aus der Bedeutungslosigkeit des menschlichen Lebens, wo kein Schritt, den man macht, einen zu einem wirklichen Ziel bringt (und damit meine ich nicht ein Ziel, das wir uns mal eben selbst gesetzt haben, um uns den körperlichen Verfall und der unaufhaltsamen Entropie des Universums, dessen wir unterliegen, erträglicher zu machen, während wir auf unser feststehendes Ende dahinvegetieren), versuchen wir Menschen uns zu befreien, indem wir Fragen stellen, indem wir nachdenken und dadurch versuchen Antworten zu finden, die uns dann mal einen wahrhaftigen echten Schritt weiter bringen.
Bisher scheint dies jedoch wohl noch nie jemandem gelungen zu sein.
Diese Welt dreht sich weiterhin im Kreise, ohne Sinn, ohne Verstand, einfach so. Und wir Menschen werden weiterhin geboren, leben ein sinnloses bedeutungsloses Leben, und sterben irgendwann. Alles, was wir gesagt, oder getan haben so bedeutungslos und flüchtig wie Wüstensand im Wind. Nichts ist in unserer Existenz von Bestand. Nichts. Und während ich mich darüber aufrege, wie Menschen sich sinnlos ihren primitiven Trieben hingeben, und bestrebe besser zu sein als ein dummes primitives Tier, dreht sich die Welt weiter, und irgendwelche haarlose Affen werfen die nächste Bombe auf ihren Nachbarn. Ohne Sinn, ohne Verstand. Denn alles ist so bedeutungslos. In dieser Existenz ist ein katastrophales Unglück auf unserem Planeten Erde genauso interessant, wie meine endlose Schreiberei hier, oder die nächste Einkaufsliste einer hochschwangeren Mittvierzigerin aus dem Ort Uppsala in Schweden. Nämlich gar nicht.
Es explodieren weiterhin irgendwo im Universum Sterne, wir Menschen werden weiterhin Fressen und Scheißen und uns Fortpflanzen, und diese Erde wird sich weiterhin drehen, oder auch irgendwann nicht mehr, wenn beispielsweise die Sonne in einer Supernova aufgeht. So oder so: Nichts, was wir tun, oder was wir sind, scheint von Bedeutung zu sein. Ebenso wie letztlich meine Gedanken. Also was will ich hier eigentlich Dir, der Du Dir das hier ernsthaft durchliest, sagen? Vielleicht genau gar nichts, weil ich hier nur einen Strom von Gedanken auf digitales Papier bringe, vielleicht aber auch nicht und es steckt doch was anderes dahinter: ich bin müde.
Ich habe so viele schreckliche Dinge in diesem Leben aktiv und passiv miterlebt, nicht weniges war sehr persönlich, sodass der Nährboden unter meinen Emotionen weggebrannt ist und ich dadurch ausgebrannt bin. So fühlt es sich jedenfalls oft an in den letzten Wochen und Monaten. Zwar habe ich tatsächlich noch diverse Gefühlsregungen, doch weiß ich nicht, ob ich sie haben will. Sie sind mir nicht neu, sie sind ebenso bedeutungslos wie alles andere. Manchmal frage ich mich (oh ja, schon wieder etwas, das ich mich frage...) ob ich überhaupt noch fühlen soll, oder ob ich es einfach sein lassen soll. Man könnte meinen dies sei einfach gesagt aber nicht einfach getan, doch nach all den Dingen, die ich in meinem bisher vergleichsweise kurzen Leben erlebt habe, da ist es wohl nicht verwunderlich, dass man das bisschen an Emotionen, das man noch hat, auch über Wochen abstellen kann und dadurch kalt und herzlos wird. Und dann macht man weiter, konzentriert sich aufs Wesentliche, das in einem Leben ansteht. Und wofür?
Nur damit dann doch wieder etwas passiert, worüber ich mir stundenlang das Hirn wegkratze und mich deswegen vielleicht zeitweise wieder schlechter fühle? Als gäbe es keine größeren Sorgen, als stünde nicht mehr auf dem Spiel, als würde nichts mehr bedrohlich über einem schweben, was nur darauf wartet wie eine Guillotine niederzuschellen und das Denkorgan abzutrennen.
All die Gedanken und Gefühle, die ich habe, all die Freundschaften, Bekanntschaften, die ich habe, all das Denken, Tun und Wirken aller Menschen auf dieser Welt, es ist doch letztlich alles gleichermaßen bedeutungsvoll. Wenn ich merke, wie mich doch irgendwelche Kleinigkeiten, beispielsweise durch eine Situation aus einem Freundeskreis, nieder ziehen, und wieder merke, wie unglaublich bedeutungslos das doch ist, will ich mich deswegen nicht wieder wie auf eine altbekannte Weise fühlen. Ich habe einfach keine Lust mehr darauf, ich bin es Leid, ich bin müde. Es kann doch nicht sein, dass dieser Winz eine größere Bedeutung einnimmt, als die vergleichsweisen großen Dinge, bei denen ich mir meinen Kopf zerschlage! Ist (in Bezug zum Beispiel) jenen Menschen nicht klar, dass es gravierenderes im Leben gibt, so unbedeutend auch das sein mag, als ... als das?!
Das kann doch nicht alles sein!
Und doch zeigt die Existenz nichts anderes. Während ich manchmal verlangend herausschreie, dass es doch etwas größeres geben muss, was da wartet, etwas bedeutungsvolleres, als all das Bedeutungslose, weiß ich doch insgeheim, dass es doch nicht anders kommen wird. So sehr ich mich auch für größeres bestimmt sehen will, ist das de facto genauso belanglos, wie alles andere in dieser Existenz. Nur in meinen Gedanken will ich es anders sehen. Und meine Gedanken sind die Welt, und die Welt ist in meinen Gedanken.
Wie es ist, so war es auch, wie es vorher wird.
Alles wird zu Nichts. Nichts zu Allem. Wir drehen uns im Kreise einer Illusion unserer Gedanken, leben nur in ihnen, spüren Realitätsverzerrungen, und doch geben sie uns Grund uns unbewusst in die Bedeutungslosigkeit der Existenz einzugliedern. Wer weiß schon, oder wird schon wissen, wie es tatsächlich ist..? Lasst uns weiter im Kreise tanzen.......
Meine Gedanken sind die Welt, und die Welt ist in meinen Gedanken.
by
Lupus Terre
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